Stärken digitaler Produktentwicklung

Agilität, Modularität, Anpassungsfähigkeit, Vernetztheit

Im Gegensatz zu Entwicklung mit physischen Materialen sind Softwareprodukte rein digital und virtuell. Dies bringt zahlreiche Vorteile in der Planung und Umsetzung von Softwareprodukten mit sich.

Software ist anpassungsfähig, entgegen eines physischen Produkts können Software-Produkte dynamisch angepasst und erweitert werden. Fehler und Änderungen können leicht ausbessert und in Sekunden ausgeliefert werden. Gerade Weblösungen und Apps können sehr leicht ausgebessert werden. Rich-Clients können, wenn sie gut gebaut sind auch online ausgerollt und Updates eingespielt werden.

Software kann leicht modular erstellt werden. Diese Modularität macht einerseits Arbeitsteilung und Testbarkeit leichter und effizienter, andererseits können leichter Technologien getauscht und Komponenten gewartet werden.

Durch die Vernetzung über das Internet kann mit wenig Mühe schnell eine internationale Zielgruppe angesprochen werden und Softwareprodukte in wenigen Millisekunden ausgeliefert werden. Dabei entstehen nicht wie bei herkömmlichen Produkten Kosten für die Produktion des Produkts. Software-Produkten werden einmal implementiert und können beliebig oft kopiert und verkauft werden. Bei moderneren Webanwendungen entstehen maximal minimale Mehrkosten, die durch einen höheren Rechenverbrauch bei der Skalierung der Software entstehen. Diese Kosten sind aber meist vernachlässigbar im Vergleich zu den Einnahmen, die die Software generiert.

Durch die leichte Anpassungsfähigkeit, Modularität und Vernetztheit kann Software in einen dynamischeren Prozess implementiert werden. Es können agile Umsetzungsprozesse verwendet werden, die aus vielen kleinen Release-Zyklen und Produktausbaustufen bestehen. Ein plangetriebener Ansatz ist nicht notwendig und sinnvoll. Somit können auch komplexe Lösungen, in sich ändernden Umgebungen und mit ändernden Bedingungen entstehen. Feedback der Anwender kann sofort nach der Iteration bereits eingeholt werden.

Komplexität von digitalen Produkten und digitaler Produktentwicklung

Je nachdem welches digitale Produkt erstellt werden soll, wieviele Anforderungen über dieses digitale Produkt bekannt sind und welche Technologien zur Entwicklung dieser digitalen Produkte verwendet werden, sollte eine andere Entwicklungsmethode verwendet werden.

Die folgende Grafik veranschaulicht dies:

Stacey-Matrix nach D. Stacey
Stacey-Matrix nach D. Stacey

  • Einfache digitale Produkte, die mit einfachen Technologien umgesetzt werden sollen können mit plangetriebenen Ansätzen gelöst werden.
  • Für komplizierte digitale Produkte und etwas neueren Technologien eignet sich ein adaptives Entwicklungsverfahren wie Kanban sehr gut.
  • Sobald das digitale Produkt komplexer wird, die Anforderungen weniger bekannt sind und die Technologien unbekannter sind, ist Scrum als Mischung zwischen Planung auf Iterationen und explorativen erarbeiten von Lösungen am besten geeignet.
  • Wenn das Problem und die Anforderungen an das zu entwickelnde Produkt unbekannt sind und sich die Richtung der Lösung ständig ändert (chaotisch), es vielleicht auch kein Wissen über die Bedürfnisse der User und die zur Lösung benötigten Technologien gibt, werden Methoden wie Design-Thinking, Lean-Startup, Growth-Hacking und Scrum kombiniert.

Einordnung ihres Produkts:

Einfache Produktentwicklung

Sind Produkte eins zu eins mit dem von Ihnen geplanten Produkt am Markt verfügbar. Und sind diese Produkte bereits in der breiten Basis ankommen und verwendet bereits jeder in der Branche oder im Internet das Produkt und ist es dementsprechend zur Best-Practice geworden, so ist ein Nachbau der genau selben Funktionalität Plangetrieben möglich und dementsprechend unter „Einfach“ einzuordnen. Beispiel für eine App: Eine Taschenlampen-App für Smartphones; Stammdatenverwaltungstool.

In diesem Fall ist alles was für das zu lösende Problem und das zu entwickelnde Produkt benötigt wird bekannt.

Komplizierte Produktentwicklung

Reiht sich Ihr geplantes Produkt mit einer Hand voll anderen Produkten in dieselbe Linie ein die aktuell Good-Practice sind und vom Kunden als gutes Leistungskriterium wahrgenommen werden so handelt es sich um ein Kompliziertes-Produkt. Beispiele für Software wären hier etwaige Kundenportale und digitale Selfservice-Systeme oder online-Buchungen die spezielle zugeschnittene Bestellprozesse des Unternehmens abbilden.

In diesem Fall ist der Löwenanteil des Problems und der Lösung bekannt und nur ein kleiner Teil unbekannt.

Komplexe Produktentwicklung

Komplexe Produkte sind Softwareprodukte, die etwas ganz Neues machen, was noch nie zuvor in diesem Bereich gemacht wurde. Es werden neue Technologien eingesetzt, um bekannte Probleme zu lösen. Ein Beispiel für eine komplexe Produkt-Entwicklung ist die Umsetzung eines neuen IoT-Devices zum Erheben von Maschinendaten und Ausführen von Steuerbefehlen über das Internet. Dazu müssen neue Technologien eingesetzt werden und neue Lösungen für bekannte Probleme gefunden werden. In diesem Fall handelt es sich um Aufgaben im Bereich der Komplexität und um Emerged (neu erschienene) -Practice.

In diesem Falls ist über das Problem und das Produkt nur wenig bekannt und sehr viel unbekannt. Das Problem kann zumindest grob beschrieben werden und eine Vision besteht, diese kann sich aber ändern.

Chaotische Produktentwicklung

Ist bei ihrer Produktentwicklung das Problem noch nicht ganz greifbar oder ändert es sich bzw. ist die Produktidee nur schwer eingrenzbar so ist eine Produktentwicklung durch Planung auf keinen Fall mehr möglich. Meist ist nicht klar welches Produkt überhaupt entworfen werden soll. Wird das Problem gefunden kann es sich ändern, werden Bedürfnisse von Anwendern gefunden können diese sich auch ändern. In der Chaotischen Produktentwicklung wird viel experimentiert und Prototypen gebaut. Es ist anfangs nur sehr wenig über das Problem, und Produkt bekannt und wird erst schrittweise durch Try-and-Error herausgefunden. Die daraus entstehenden Produkte sind jedoch sehr originell und neuartig und meist richtige Innovationen die zu großen Marktverschiebungen führen und auf extremen Anklang bei den Anwendern führen. Als Beispiele können hier Große Innovationen wie die Dampfmaschine, das Antibiotika, oder Transistoren genannt werden. Aber auch kleinere Innovationen wie die Entwicklung der ersten Smartphones durch bspw. Apple.

 

Quellen:

Ralph D. Stacey – The Tools and Techniques of Leadership and Management: Meeting the challenge of complexity. Routledge, London 2012


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Zum Autor:

David Theil ist DigitalisierungsCoach und hilft Unternhemen bei der Softwareentwicklung, App-Entwicklung und bei der Digitalisierung und Digitalisierungsprojekten

David Theil aus Linz Oberösterreich ist Digitalisierungs-Coach, Software-Entwickler und als Head of Software-Development für über 30 Softwareentwickler verantwortlich. Beruflich beschäftigt er sich bereits jahrelang mit der Digitalisierung und hat bereits bei vielen Digitalisierungs-Projekten in der Wirtschaft federführend mitgewirkt. Er bewegt sich in Themen wie Digitalisierung, IoT, oder Industrie 4.0 sowohl beratend als auch praktisch mit echten Lösungen.

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